Drei Fragen an Selina Truttmann

Unsere Reihe „Drei Fragen an…“ geht weiter mit Selina Truttmann. Erfahre in diesem Beitrag, wie sich Selina als frischgebackene Mama den Fokus und die Ruhe für den Yoga-Unterricht sichert und in welchen Punkten sie die Yoga-Welten in der Schweiz und in Shanghai (wo sie zuvor lebte und unterrichtete) als unterschiedlich erfährt. Frohes Kennenlernen – wenn noch nicht geschehen, dann hoffentlich bald auch im Studio!

Welche Qualitäten braucht ein*e gute Yoga-Lehrer*in heute in deinen Augen?

Nebst dem technischen Know-how, sprich das Unterrichten an sich, finde ich Qualitäten wie Präsenz, Authentizität und Einfühlungsvermögen sehr wichtig. Gerade im Studio, wo viele Personen – mit all ihren unterschiedlichen Vorgeschichten, Bedürfnissen und Verfassungen – aufeinandertreffen, ist es unsere Herausforderung als Yogalehrerinnen, die Schülerinnen einzeln wahrzunehmen.

Du bist frischgebackene Mama von Zwillingen. Wie findest du die Ruhe und den Fokus, um dich ganz aufs Unterrichten einzulassen?

Die Unterstützung meines Partners, Familie und Kita ist das A und O. Es erlaubt mir dieser schönen, aber doch auch zeitintensiven Tätigkeit nachzugehen. Natürlich passiert der Ortswechsel vom Windeln wechseln zu Hause, rüber auf die Yogamatte im Studio manchmal schnell. Dann hilft es, fest in der Gegenwart verankert zu sein. Wenn ich im Studio ankomme, dann bin ich auch gedanklich dort. Das funktioniert meistens ganz gut. 🙂

Du hast längere Zeit in Shanghai Yoga unterrichtet. Welche Unterschiede nimmst du aus diesen zwei verschiedenen Yoga-Welten, im Vergleich mit Luzern, besonders wahr?

Yoga verbindet, egal wo man sich auf der Welt befindet. Das ist das Schöne! Aber klar, in der grossen internationalen Stadt Shanghai, wo man den Konkurrenzdruck spürt und sieht, färbt dieser auch etwas auf’s Yoga ab. Alles ist mehr und extremer als in Luzern. Es gibt sehr viele engagierte, hingebungsvolle Yogis/Yoginis, die unglaublich ehrgeizig «arbeiten». Die Lehrer-Schüler Beziehung funktioniert ganz anders. Anstatt einander auf Augenhöhe zu begegnen, wie dies in der Schweiz der Fall ist (oder sein sollte), wird die Lehrerin in Shanghai wahrlich als Vorbild angesehen und sollte jede Pose beherrschen, inkl. Fuss-hinter-Kopf und so ?. In der Schweiz ist alles ein bisschen entspannter. Es sind doch zwei so unterschiedliche Kulturen (Osten vs. Westen), was sich auch in der Yogaszene bemerkbar macht. So ist auch die Spiritualität in der chinesischen Kultur viel stärker verankert als in unserer.

 

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